Den weniger finanzkräftigen zu sagen "strengt euch einfach mehr an" hat noch nirgendwo funktioniert. Im Grunde ist dies das Konzept im AF im AFVD seit ich den Sport beobachte. Hat auch hier nicht funktioniert.Phorcus hat geschrieben: ↑Do Aug 06, 2026 12:06 Du schlägst im Grunde den Ansatz vor, die finanziell gut ausgestatteten Teams durch Regeländerungen wieder stärker an die schwächeren Teams anzugleichen. Das ist durchaus eine mögliche Sichtweise. Meiner Meinung nach führt sie aber eher dazu, dass sich kleinere Organisationen – salopp gesagt – auf ihrem aktuellen Status ausruhen können. So funktioniert es jedoch in keiner mir bekannten Sportart. Im Eishockey, Basketball, Fußball oder Handball gibt es im Regelfall immer eine Handvoll Spitzenteams und den Rest der Liga, der versucht, zu ihnen aufzuschließen.
Zudem redet niemand von einer Lösung, dass alle das gleiche Budget haben, sondern von einem Ausgleich, so dass die Unterschiede nicht zu groß werden. Damit ist das "auf ihrem aktuellen Status ausruhen" Argument m.E. völlig vom Tisch.
Bei den Dual-Imports geht es darum, dass der Betrag, den ich ausgeben muss, um mein Team einigermaßen berechenbar x% stärker werden zu lassen, höher wird.Auch deinen Vorschlag, die Dual-Imports abzuschaffen, sehe ich nicht unbedingt als zielführend an. Ob du nun einem deutschen Spieler oder einem Importspieler eine Unterkunft und etwas Spielgeld zur Verfügung stellst, macht am Ende keinen riesigen Unterschied. Aus meiner Sicht würde das lediglich dazu führen, dass die Teams ihr Recruiting innerhalb von zwei bis drei Jahren an die neue Situation anpassen. Die Top-Teams würden dann vermutlich versuchen, noch bessere A-Spieler zu verpflichten, und sich gleichzeitig Gedanken darüber machen, wie sie die besten deutschen Spieler durch Studien- oder Ausbildungsangebote langfristig an ihren Standort binden können.
Wenn Potsdam ganz regulär zwischenzeitlich mit gleichzeitig mit bis zu 7 auf dem College ausgebildeten US-Amerikanern (5 davon mit einem zusätzlichen Pass) auflaufen konnte und sie das ungefähr genausoviel gekostet, wie andere Teams, die neben ihren 2A's "nur" durch E-Importe verstärkt waren oder gar nur ihre 2A's auf dem Feld hatten, dann wäre ein Royals Team mit dem gleichen Leistungspotential auf dem Feld mit 2A's und selbst 9E's vermutlich nicht realisierbar gewesen.
Macht es einfach teurer Qualität zuzukaufen und gleicht die Teams dadurch vom Leistungspotential mehr aneinander an.
Die meisten schwächeren Teams haben ihre 4A's, dann ist weitgehend Ende. Oft steht selbst bei Verletzungen kein anderer A als Ersatz bereit. Wenn ich bei den stärkeren Team die Dual Passports rausrechne, könnten die den durch einen E ersetzen oder einen guten Homegrown von der Konkurrenz. Im ersten Fall gleicht sich die Spielstärke des Teams statistisch damit immer an den Rest der Liga an, im zweiten Fall zumeist. Darum geht es, um nicht mehr.Bei deiner Aussage, dass ein E-Import im Regelfall schwächer ist als ein US-Import, stimme ich dir zu. Trotzdem hätten die finanziell gut aufgestellten Teams weiterhin die besten europäischen Spieler, während die übrigen Vereine auf die weniger starken Europäer zurückgreifen müssten. Die durchschnittliche Spielstärke der Liga würde dadurch zwar sinken, die Top-Teams wären aber weiterhin die Top-Teams – nur eben auf einem insgesamt niedrigeren Niveau.
Doch das ist sie. Genau in dem Umfang den der Verband vorgibt. Ansonsten dürfen die Teams nicht mitspielen. Wenn du eine GFL Linzenz haben willst, musst du bespielsweise Jugendarbeit machen, selbst wenn sich das mit Blick auf die erste Mannschaft speziell bei den Topteams nicht rechnet.Auch die von dir angesprochene fehlende Solidarität der Teams, die immer wieder im Footballforum thematisiert wird, kann ich ehrlich gesagt nur bedingt nachvollziehen. Eine Sportliga – auch wenn sie wie die GFL 1 oder GFL 2 nicht das professionelle Niveau des Fußballs erreicht – ist keine Solidargemeinschaft.
Wenn der AFVD morgen beschließt, in der GFL 1 für jeden Spieler im Roaster pro Saison 500€ zu verlangen und das Geld an Teams ausschüttet, die Spieler für die GFL (und die Nationalmannschaft?) ausgebildet haben (typischerweise ungefähr ein Nullsummenspiel für selbst ausgebildete Spieler), hätte das beispielsweise eine ähnliche Wirkung.
Du verwechselst sportlichen Wettbewerb von professionellen Einzelathleten mit Vereinssport. Niemand, der an Sport ernsthaft interessiert ist, will Spiele sehen, bei dem Teams beim Anpfiff ihr Saisonbudget verkünden und das Spiel am grünen Tisch gewertet wird, wenn ein Team das dreimal so hohe Budget (oder mehr) besitzt.Jeder Verein versucht für sich, sportlich und wirtschaftlich das Optimum herauszuholen. Genau das ist sportlicher Wettbewerb.
Der DFB hat Dankesgebete gen Himmel gesandt, als Bayern nach 11 Jahren in Folge endlich einmal nicht Meister geworden ist. Ansonsten hätte man die Bundesliga (abzüglich des Abstieges) aus sportlicher Sicht doch langsam mal dichtmachen müssen. ("Sohn, der Opa kann sich noch an eine Saison erinnern, in der Bayern München nicht Meister war, so alt ist der.") Hat ja bei den finanziellen Verhältnissen in der Spitze mit Sport kaum noch etwas zu tun.
Warum haben die US-Sportarten ein Salary Cap? Weil sonst die Teams fast automatisch finanziell soweit auseinanderdriften, dass nur noch wenige Spiele überhaupt überregional interessant sind. Konnte man im College doch wunderbar beobachten. Wenn 2 von 3 Spielen Blowouts sind, dann will solche Spiele national niemand sehen und man muss sich solche für`s TV die rauspicken, die zumindest spannend werden könnten. Beim NCAAF hat man jetzt die Playoffs erweitert, damit die besseren Team freiwillig häufiger in der regular Season gegeneinander antreten und man mehr "TV würdige Spiele" bekommt. (Gut in den USA geht es zugegebenermaßen beim Sport ohnehin immer erst ums Geschäft ["the product"] und erst in zweiter Linie um den Sport.)
Kann man unterschiedlich sehen. Man hat versucht die "Unwucht" EFL auszusitzen. Als das nach 4/5 Jahren nicht geklappt hat, hat man reagiert. Die in Deutschland ausgebildeten Spieler + 4 A's pro Team plus einige E dazu, hätten 16 GFL1 Teams getragen (irgendwann vermutlich sogar ohne die 0-14 Absteiger). Bei 4-6 zusätzlichen deutschen Teams in ELF/EFA/ELF, die Spieler auf GFL1/2 aufnehmen aber nichts zurückgeben, reicht das Ganze nicht mehr.Die Liga kaschiert dieses Problem auch nicht mit der Verkleinerung der GFL 1, sondern hat erkannt, dass die bisherige Ligagröße keinen Sinn mehr ergibt, weil viele Teams wirtschaftlich nicht mehr mithalten können. Das spiegelt sich letztlich auch in den sportlichen Ergebnissen wider.
Der wirtschaftliche Unterschied kommt auch maßgeblich vom Zwang, mit Dual Passports und E's mitaufrüsten zu müssen, weil die Top 2-4 Teams ihren Qualitätsabfall damit verhindert haben. Dresden und Potsdam hätten mit den ELF Teams (nach GFL Regeln) von der Spielstärke her dadurch weiter mithalten können, der Rest der Liga ist dagegen schwächer geworden, weil sie den Abgang ihrer Spieler vor allem in Richtung ELF eben nicht kompensieren konnten. (Lions sind ein Extrathema.)
Dazu gibt es im Mannschaftssport immer die Tendenz, dass bessere Spieler irgendwann dann doch mal um einen Titel mitspielen wollen und dann die Titelfavoriten kostengünstig verstärken.
Hall hat lange viel von ihren längerfristig gehaltenen Dual Passports profitiert, die sie zu Serienmeistern im Süden gemacht haben, so dass (zumindest bis zum Auftauchen von Frankfurt) dann ein Herdentrieb bei den besseren Spielern aus der Region eingesetzt hat bzw. fast niemand von den besseren Spielern gegangen ist. Hall liegt zudem in einer Gegend in der "Geld da ist", aber nicht allzuviel direkte Konkurrenz im sportlichen Bereich vorliegt, also mittelständische Werbepartner einfacher zu gewinnen waren als vielerorts. Ein bischen wie die "Car Dealerships" in der SEC.Hat ein GFL-Verein ein Budget von etwa 600.000 Euro oder mehr, bestehen realistische Chancen, um die Playoff-Plätze mitzuspielen. Liegt das Budget bei über einer Million Euro, hat man aktuell gute Chancen, zu den Top 4 der Liga zu gehören. Liegt es dagegen deutlich unter 600.000 Euro, braucht man ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl der Importspieler und muss gleichzeitig hoffen, in den vergangenen Jahren genügend eigene Talente ausgebildet zu haben. Ist beides nicht der Fall, landet man zwangsläufig eher im unteren Tabellendrittel.
Schwäbisch Hall und Dresden sind aus meiner Sicht echte Leuchtturmprojekte. Beide verfolgen dabei allerdings unterschiedliche Strategien. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihre Organisationen in den vergangenen Jahren konsequent professionalisiert und zusätzlich von infrastrukturellen Verbesserungen – beispielsweise im Stadionbereich – profitiert haben.
Vor 20 Jahren haben die Unicorns auch noch im Hagenbachstadion, einer einfachen Schulsportanlage gespielt. Damals hätte wohl kaum jemand erwartet, dass sie sich einmal so entwickeln würden. Ähnlich sieht es in Dresden aus. Dort ist es gelungen, in einer aus Footballsicht eher schwachen Region ein hervorragendes Programm aufzubauen.
Ich stelle nicht in Abrede, dass da auch gut gearbeitet wurde, aber vielerorts hätte das nicht funktioniert bzw. wäre nicht soviel möglich gewesen (würde mich sehr überraschen, wenn heutzutage Ravensburg trotz mindestens 3 Dual Passports und Namenssponsor auch nur im Halbfinale eine echte Chance hätte - sofern sie es denn erreichen).
Dazu war in den letzten beiden Jahrzehnten genauso die Möglichkeit. Warum hat bisher nie nicht geklappt? Immer nur unfähige Leute bei der Konkurrenz am Werk?Kann ein anderer Standort eines dieser Modelle einfach kopieren? Nein. Dafür sind die Voraussetzungen an den einzelnen Footballstandorten viel zu unterschiedlich. Man kann sich aber sehr wohl untereinander austauschen und prüfen, welche Elemente eines erfolgreichen Programms sich auf den eigenen Standort übertragen lassen.
Kannst du diesbezüglich etwas konkreter werden? Ich habe da nicht wahrgenommen, bin aber sicherlich auch kein Maßstab dafür, was deutschlandweit so alles passiert. Würde mich wirklich interessieren.Wenn man sich etwas intensiver innerhalb der GFL bewegt, merkt man auch, dass dieser Austausch in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat und immer intensiver wird. Genau das ist für mich die Solidarität, die eine Sportliga braucht.
Mir würde eine GFL 1 wie vor der ELF Gründung 2018 oder 2019 erstmal vollkommen ausreichen (abzüglich jeweils der 0-14 Huskies bzw. Panthers):Ich denke daher, man muss sich von der romantischen Vorstellung verabschieden, irgendwann eine Liga zu haben, in der jeder jeden schlagen kann und jedes Jahr zwei andere Mannschaften im German Bowl stehen. Das wird es aus meiner Sicht nicht geben – unabhängig davon, ob wir mit oder ohne A-Spieler, mit oder ohne E-Spieler oder mit anderen Formen der Kaderreglementierung spielen.
4-5 Teams mit realistischer Titelchance, reichlich Wettbewerb um die restlichen Playoffplätze und wettbewerbsfähige Absteiger mit (im Süden) 2-3 Saisonsiegen.